Branding: Erfolgreiche Ansätze gegen „Fake Influencer“ auf Instagram

Branding: Erfolgreiche Ansätze gegen „Fake Influencer“ auf Instagram
5. Mai 2019 Ubermetrics

Branding: Erfolgreiche Ansätze gegen „Fake Influencer“ auf Instagram

Fake Influencer Instagram

Schon seit Jahren kaufen sogenannte „Fake Influencer“ ihre Follower, Likes und Kommentare auf Instagram – da Influencer-Marketing immer populärer wird, werden die aufgrund dieser vermeintlichen Influencer für Marken enstehende Probleme nicht verschwinden. Laut einem Report der Influencer Marketing-Agentur MediaKix ist die Nachfrage nach Fake Influencern alleine im Jahr 2017 um besorgniserregende 71% gestiegen.

Als Kommunikationsprofis ist es unsere Aufgabe sicherzustellen, dass unsere Kunden mit echten Influencern – die ihr Netzwerk also organisch aufgebaut haben – zusammenarbeiten und nicht mit solchen, die sich ihren „Ruhm“ innerhalb von Minuten lediglich erkauft haben.

Wie sollte man mit „Fake Influencern“ auf Instagram umgehen? Im Folgenden stellen wir einige erfolgsversprechende Ansätze vor.

„Fake Influencer“ auf Instagram im Vergleich zu anderen Netzwerken

Im Vergleich zu anderen Plattformen sind „Fake Influencer“ am stärksten auf Instagram vertreten. Obwohl keine offiziellen Statistiken existieren, die den Anteil von „Fake Influencern“ jeder Plattform darstellen, zeigt Google Trends, dass es, im Gegensatz zu Followern von anderen Plattformen, eine deutlich höhere Anzahl von Personen gibt, die Instagram-Follower kaufen möchten. Auf Facebook und Twitter stellen diese bisher kein so akutes Problem dar.

Welche Ziele haben „Fake Influencer“?

Die meisten Influencer erhoffen sich, dass ihre Accounts an Popularität gewinnen und Organisationen ihnen daher attraktive Kooperationsverträge anbieten. Um die begehrten Zahlen zu erreichen, nutzen diese „Fake Influencer“ verschiedene Herangehensweisen. Zum Beispiel tun sich solche Instagram-Nutzer in Gruppen zusammen, in denen sie miteinander interagieren, um Reichweite und Engagement zu steigern. Dazu kommt, dass neben gekauften Followern, Likes oder Profilen manche Instagram-Nutzer sogar ganze Kooperationen mit Marken fälschen.

Der Kauf von Followern soll auch dazu dienen, die magische Grenze von 10.000 Followern zu durchbrechen. Der Grund dafür ist, dass Instagram seinen Nutzern ab dieser Anzahl von Followern zusätzliche Features – wie beispielsweise das Einbetten von Webseiten in ihren Instagram-Stories – zur Verfügung stellt. Dies erhöht auf den ersten Blick den Marktwert, da solche Accounts zu einer höheren Webseiten-Besucheranzahl von potenziellen Kunden beitragen können.

Laut Gil Eyal, dem Geschäftsführer der Influencer-Marketing-Plattform Hypr Brands, existiert dieser große Markt für gekaufte Follower, weil die meisten Anbieter sehr günstig sind – Jedoch sind gekaufte Follower mittlerweile auch einfacher zu erkennen.

Beispiele von „Fake Influencern“ auf Instagram

Es gibt unzählige „Fake Influencer“ auf Instagram. Zwei nennenswerte Beispiele sind @wanderingggirl und @calibeachgirl310, die beide fiktiv sind und von der Influencer Marketing-Agentur Mediakix erstellt wurden.

Hier ist die Geschichte dazu: Mediakix erstellte diese beiden Profile von Grund auf und nachdem sie für gefälschte Follower und Engagement bezahlt hatte, sicherte sich die Agentur vier bezahlte Werbeverträge im Wert von insgesamt 500 US-Dollar. Mediakix veröffentlichte später eine Fallstudie über die Methoden, mit denen sie Inhalte für die gefälschten Profile erstellten (und sich Angebote von Unternehmen für diese sicherten). Hiermit haben sie ein klares Warnsignal für Marken gesetzt: Influencer, für die sie sich entscheiden, sind sehr sorgfältig auszuwählen.

Eine andere Kategorie von „Fake Influencern“ bilden Instagram-Stars wie @lilmiquela und @shudu.gram. Diese sind komplett virtuell und wurden von echten Menschen aus der Modebranche erschaffen. Wenn sie mehr über diese virtuellen Influencer erfahren möchten, lesen Sie unseren Artikel: Virtuelle Influencer: PR-Gag oder die Zukunft des Influencer Marketings?

Das Risikopotenzial von „Fake Influencern“

Was ist das größte Risiko für Unternehmen, die in Influencer-Marketing investieren? Unternehmen können sehr wohl ihr Geld für die falschen Influencer ausgeben. Passiert dies, werfen sie buchstäblich ihr Geld auf dem Fenster. Einer Studie des New Yorker Marketingunternehmens Captiv8 zufolge bezahlen Marken mehr als £157 Millionen für „Fake Influencer“ in sozialen Medien – eine beunruhigend hohe Summe.

Anzumerken ist, dass es nicht nur kleine, weniger erfahrene Marken sind, die auf „Fake Influencer“ hereinfallen. Sogar namhafte Marken wie das Hotelunternehmen Ritz-Carlton wurden von diesen vermeintlichen Influencern getäuscht. Laut Schätzungen von Experten haben die Influencer, mit denen Ritz-Carlton in der Vergangenheit zusammenarbeitete, etwa 78% gefälschte Follower.

Wie man „Fake Influencer“ identifiziert und sich gegen diese wehrt

Um falsche Influencer zu identifizieren, sollten alle Abweichungen in der Engagement-Rate der Influencer (siehe unten), Kommentare und im „Following/Follower-Verhältnis“ zur überprüft werden.

In erster Linie haben die meisten Influencer eine Engagement-Rate (genauer gesagt eine Like-to-Follower-Ratio) von 1% bis 3%. Wenn die Engagement-Rate eines Influencers niedriger ist, ist es wahrscheinlich, dass dieser gefälschte Follower gekauft hat, die demzufolge nicht mit seinen Posts interagieren. Und wenn ihre Engagement-Rate drastisch höher ist, ist es auch möglich, dass sie für Likes und Kommentare bezahlen.

Darüber hinaus sollten auch die Kommentare betrachtet werden, die die Fans eines Influencers unter den Beiträgen der vermeintlichen Influencer hinterlassen. Wenn man eine Menge allgemeiner Kommentare wie „nett“, „cool“ oder Kommentare mit Emojis sieht, dann ist das ein klares Warnsignal. Wenn jedoch die Mehrheit der Kommentare zu jedem Post so klingt, als kämen sie von einer echten Person, dann ist dies als gutes Zeichen zu werten.

Last but not least: Wenn ein Influencer ein „Following/Follower-Verhältnis“ von fast 1:1 hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass versucht wird, das System auszutricksen. Viele Influencer verwenden Bots, um Menschen automatisch zu folgen, und wenn dies geschieht, folgen diese Personen ihnen oftmals aus Gefallen zurück. Offensichtlich ist dies nicht der richtige Weg, denn diese Follower sind nicht wirklich an den Inhalten des Followers interessiert und neigen folglich dazu, mit dem Influencer nicht zu interagieren.

Mithilfe von Tools „Fake Influencer“ identifizieren

Anstatt nur nach den oben genannten Unregelmäßigkeiten Ausschau zu halten, können auch verschiedene Tools verwendet werden, um „Fake Influencer“ zu identifizieren. 

Zunächst sollten Tools wie SocialBlade verwendet werden, um das Wachstum der Nachfolger eines Influencers im Laufe der Jahre zu verfolgen. Wenn deutliche Sprünge in der Grafik zu sehen sind (siehe unten), dann ist das ein klares Zeichen dafür, dass der Influencer Follower gekauft hat.

Des Weiteren kann auch IG Audit genutzt werden, um den Prozentsatz der tatsächlichen Follower zu ermitteln. Setzen Sie hierfür einfach das Instagram-Handle des Influencers ein und das Tool wird sagen, wie viele Follower echt sind.

Zu guter Letzt ist auch Instagrams neue Funktion „Infos zu diesem Konto“ nützlich, welche für alle Profile mit einer großen Anzahl von Followern verfügbar ist. Um dieses Feature zu nutzen, besucht man das Instagram-Profil des Influencers, klickt auf das (…)-Menü und dann auf „Infos zu diesem Konto“. Hier sind Kontoinformationen zu sehen, wie z.B. das Erstellungsdatum des Accounts und das Land, aus dem das Profil kommt.

Ein Schlusswort zu „Fake Influencern“ auf Instagram

So wie wir es sehen, sind „Fake Influencer eine Art Werbebetrug. Als Kommunikationsprofis ist es unsere Aufgabe, sicherzustellen, dass wir diesen „Influencern“ einen Schritt voraus sind. Falls Sie dies nicht bereits getan haben, eignen Sie sich das Wissen über Methoden und Tools an, sodass Sie diese Influencer schnell erkennen und sicherstellen können, dass Sie und Ihre Kunden nicht auf den Betrug hereinfallen.

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