Wie Marken mit Desinformation auf Instagram umgehen sollten

Wie Marken mit Desinformation auf Instagram umgehen sollten
28. Mai 2019 Ubermetrics

Wie Marken mit Desinformation auf Instagram umgehen sollten

Desinformation Instagram

Viele Marken sehen nur das Gute von Instagram und setzen die Plattform zur Produktwerbung ein, um mit Zielgruppen zu interagieren oder Sichtbarkeit zu generieren. Aber Instagram hat auch Schattenseiten, denn ĂŒber die Plattform lassen sich relativ leicht falsche und hetzerische Informationen verbreiten. Dieses Problem der Des- und Fehlinformation auf Instagram steigt stark an und hat inzwischen ein bedrohliches Ausmaß erreicht.

Wie können Desinformation und Fehlinformation Marken und der Reputation schaden? Und was können Kommunikationsexperten tun, um Desinformation auf Instagram effektiv zu managen? In diesem Blogpost beantworten wir diese Fragen und mehr.

Was ist der Unterschied zwischen Des- und Fehlinformation?

Sowohl im Fall von Desinformation als auch bei Fehlinformation werden falsche Informationen verbreitet. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied: Fehlinformation bezieht sich auf falsche Informationen, die von Individuen oder Organisationen verbreitet werden ohne zu realisieren, dass diese nicht korrekt sind. Desinformation hingegen ist die absichtliche, geplante und gezielte Verbreitung falscher oder irrefĂŒhrender Informationen. Dazu zĂ€hlen sogenannte Hoaxes, Angler Phishing und Propaganda.

Desinformation: Instagram vs Facebook

Fake News war eines der großen Probleme von Facebook in den letzten Jahren. Eine Studie der Stanford und New York University zeigt aber, dass die Interaktion von Facebook-Nutzern mit bekannteren Fake News-Seiten seit den US-Wahlen im Jahr 2016 um 50% gesunken ist.

Um Desinformation und Fake News auf der Plattform zu bekĂ€mpfen, arbeitet Facebook mit 43 „Fact-Checking“-Organisationen zusammen. Diese nutzen ein von Facebook selbst entwickeltes Tool, um Inhalte zu ĂŒberprĂŒfen, die als potenziell falsch oder irrefĂŒhrend sind. Die Fact Checker fassen die Ergebnisse ihrer Recherche in einem kurzen Artikel mit ErklĂ€rungen zusammen und sollte sich der Content tatsĂ€chlich als falsch herausstellen, wird der Beitrag weniger hĂ€ufig gezeigt.

Facebook hat allerdings Anfang 2019 eine Obergrenze eingefĂŒhrt, um die Anzahl solcher ErklĂ€r-Artikel – fĂŒr die die Fact-Checking- Organisationen bezahlt werden – zu begrenzen. In einem Interview mit der BBC haben zahlreiche Mitarbeiter dieser Organisationen angegeben, dass sie sich nicht sicher sind, ob ihre Arbeit tatsĂ€chlich einen positiven Effekt hat und ob die BekĂ€mpfung von Desinformation fĂŒr Facebook wirklich PrioritĂ€t hat.

Eine Zeit lang schien es so, als ob Facebook mit Desinformation ĂŒberhĂ€uft wird und Instagram von diesem Problem weniger betroffen ist. Heute ist Desinformation aber auch auf Instagram weit verbreitet – in einigen FĂ€llen wird Instagram fĂŒr solche Zwecke sogar gegenĂŒber Facebook, YouTube und Twitter bevorzugt. Facebook (Instagrams Mutterkonzern) sagte in einem öffentlichen Statement, dass an dem Problem gearbeitet wird und Content, der unter die Kategorie Desinformation fĂ€llt, in Zukunft auf Instagram Explore und Hashtag-Seiten nicht mehr gezeigt oder empfohlen wird.

Viele Nutzer halten das allerdings nur fĂŒr ein Lippenbekenntnis, dem bisher keine Taten folgten. Im Zusammenhang mit der Verbreitung von Desinformation vonseiten der Impfgegner-Bewegung sind falsche Informationen auf Instagram zum Beispiel immer noch leicht zu finden.

Beispiele fĂŒr Desinformation auf Instagram

Es gibt viele Beispiele fĂŒr Desinformation auf Instagram, von gefĂ€lschten Werbeanzeigen bis hin zu sorgfĂ€ltig geplanten Desinformationskampagnen, die politische Ereignisse beeinflussen sollen.

Russlands Eingriff in die US-Wahlen

Eines der bekanntesten Beispiele fĂŒr Desinformation auf Instagram stammt von der Internet Research Agency (IRA), einer russischen Organisation, die mithilfe von Internet-Trollen auch die US-Wahlen beeinflusst hat. Analysen der Columbia University haben gezeigt, dass auf Instagram zwischen 2015 und 2018 mehr als 187 Millionen Interaktionen mit dem Content der IRA generiert wurden. Auf Facebook gab es im gleichen Zeitraum 77 Millionen Interaktionen und auf Twitter 73 Millionen.

GefÀlschte Werbeanzeigen

Verschiedene Unternehmen, die gefĂ€lschte Produkte anbieten, haben auf Instagram viele Werbeanzeigen veröffentlicht, die Verbraucher glauben lassen, dass sie Originalprodukte fĂŒr einen Bruchteil des eigentlichen Verkaufspreises erwerben können. Auf Instagram findet man zum Beispiel mehr und mehr Werbeanzeigen fĂŒr gefĂ€lschte Yeezys und andere populĂ€re Sneaker-Marken.

Counterfeit Ads Instagram

Internet-Trolle auf Instagram

Auf Instagram gibt es zudem zahlreiche Internet-Trolle, die unangemessene Kommentare unter den BeitrĂ€gen von Marken veröffentlichen. Diese enthalten oft falsche oder irrefĂŒhrende Informationen zu den Produkten und Dienstleistungen der Marken.

Instagrams Maßnahmen gegen Desinformation  

Im Jahr 2018 gab Instagram bekannt, dass drei neue Tools veröffentlicht werden, um die Verbreitung von falschen Informationen auf der Plattform zu vermeiden.

Mit der Funktion „Infos zu diesem Konto“ erhalten Nutzer zum Beispiel mehr Informationen zu Accounts mit vielen Followern. Dazu gehören:

  • Das Datum, an dem der Instagram-Account erstellt wurde;
  • Das Land, in dem sich der Account befindet;
  • Accounts mit gemeinsamen Followern;
  • Werbeanzeigen, die der Account veröffentlicht hat.

Instagram verifiziert Accounts zudem mit einem blauen HĂ€kchen, das dem von verifizierten Twitter-Accounts Ă€hnelt. Dies ermöglicht es Nutzern, sich ĂŒber Authentifizierungs-Apps bei Instagram anzumelden, um eine zusĂ€tzliche Sicherheitsebene hinzuzufĂŒgen.

Wie können sich Marken vor Desinformation schĂŒtzen?

Um sich vor Desinformation zu schĂŒtzen, sollten Marken eine aktive PrĂ€senz auf Instagram anstreben und außerdem Social Listening- und Media Monitoring-Tools nutzen. Das Ziel ist es in Echtzeit ĂŒber falsche Informationen, die ĂŒber die eigenen Marken verbreitet werden, informiert zu werden. So können diese unmittelbar reagieren und die weitere Verbreitung solcher Informationen eindĂ€mmen.

Marken, die noch einen Schritt weiter gehen wollen, können weitere Technologien einsetzen, um Unternehmensprozesse transparenter gestalten. Das Start-up Bext360 nutzt zum Beispiel Blockchain-Technologie, um Lieferketten nachverfolgbar darzustellen. Das Unternehmen arbeitet unter anderem mit Coda Coffee und Great Lakes Coffee zusammen, um es fĂŒr Kunden möglich zu machen, den Ursprung jeder Kaffeebohne zu verfolgen.

Desinformation auf Instagram erfolgreich managen

Was können Kommunikationsexperten tun, wenn sie Werbung fĂŒr gefĂ€lschte Produkte auf Instagram sehen, die das Logo und Bildmaterial ihrer Marke nutzen?

ZunĂ€chst sollten sie Instagram die Werbeanzeige und den dazugehörigen Account melden, damit diese entsprechende Schritte gegen den Account einleiten können. Sie sollten auch in ErwĂ€gung ziehen eine Klage wegen Verletzung des Urheberrechts gegen den Account einzureichen. Aber das Wichtigste ist: Kommunikationsexperten sollten Verbraucher auf allen KanĂ€len (Social Media, Webseite, Newsletter, etc.) ĂŒber die falschen Informationen in Kenntnis setzen und vor diesen warnen. Dabei sollten sie den Account, der diese Information verbreitet aber nicht verlinken, um nicht noch mehr Aufmerksamkeit fĂŒr diesen zu schaffen. Wichtig ist, Verbrauchern zu verdeutlichen, dass die eigene Marke nichts mit den falschen Informationen zu tun hat.

Desinformation auf Instagram – wie geht es weiter?

Es ist in der Tat sehr leicht falsche Informationen auf Instagram und anderen Social Media-Plattformen zu verbreiten. Kommunikationsexperten mĂŒssen daher alles dafĂŒr tun, um ihre Marken und Organisationen vor Desinformation zu schĂŒtzen. Falls sie es noch nicht getan haben, sollten sie ein Media Monitoring- und Social Listening-Tool einsetzen, um Desinformation effektiv zu managen.

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