Instagram für Kommunikationsexperten

Instagram für Kommunikationsexperten
26. April 2019 Nina Walloch

Instagram für Kommunikationsexperten

Instagram für Kommunikationsexperten

Facebook ist heute trotz aller Probleme immer noch das größte soziale Netzwerk – aber Instagram ist Facebook dicht auf den Fersen, denn die Plattform hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft mehr als eine Milliarde Nutzer weltweit zu gewinnen.

Viele Unternehmen bevorzugen aber bereits heute Instagram, da die Plattform höhere Engagement-Raten verspricht. Daher investieren mehr und mehr Marken einen großen Teil ihres Content Marketing- und Werbebudgets in die Plattform. Schätzungen zufolge wird Instagram in 2019 mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar durch Influencer Marketing-Aktivitäten generieren.

In diesem ersten Blogpost unserer siebenteiligen Instagram-Serie schauen wir uns an, wie das Netzwerk im Vergleich zu anderen Social Media-Plattformen abschneidet und sprechen über die Chancen und Risiken von Instagram für die Kommunikation.

Instagram: das beliebteste soziale Netzwerk?

In Bezug auf die absoluten Zahlen hat Facebook definitiv einen Vorteil gegenüber Instagram: Facebook hat 2 Milliarden Nutzer und ist auf der ganzen Welt populär. Aber im Vergleich zu Facebook interagieren 10x mehr Nutzer direkt mit Marken über Instagram. Und während die Anzahl der mindestens einmal im Monat aktiven Instagram-Nutzer weiter steigt, hat Facebook alleine in den USA fast 3 Millionen Nutzer unter 25 Jahren in einem Jahr (2017) verloren.

Ähnlich ist es bei Pinterest – eine weitere populäre Social Media-Plattform, die Verbraucher nutzen, um visuellen Content sowie neue Produkte zu entdecken. In Bezug auf die Nutzerzahlen und Engagement-Raten kann Pinterest mit Instagram aber nicht mithalten: Pinterest hat gerade einmal 250 Millionen Nutzer weltweit und der Anteil der Nutzer, die auf Pinterest mit Marken interagieren, ist um das 54-fache geringer als bei Instagram.

Macht Instagram in jedem Fall Sinn für Marken und Kommunikationsexperten? Nicht unbedingt, denn Instagram lohnt sich eher für visuell getriebene Industrien. Für Marken, die nicht zum Einzelhandel, zur Beauty-, Lifestyle- oder Mode-Branche gehören, wird es schwieriger sein, die Aufmerksamkeit der Nutzer zu gewinnen. Daher kommen auch 8 der 15 Marken mit den meisten Followern auf Instagram aus dem Einzelhandel.

Instagram-Trends für 2019

1. Instagram Shopping-Funktion für Stories und Posts

Instagram hat kürzlich ein neues Feature lanciert, mit dem Influencer und Marken Links zu einem Online-Shop in ihre Instagram Stories einbinden können. Viele Marken nutzen diese Funktion bereits, um Produkte innerhalb ihrer Stories zu bewerben. 

H&M Purchase Links - Instagram

Da Marken ihre Instagram Stories auch als Highlights speichern können, ist es jetzt noch einfacher solche Verlinkungen zu nutzen, um Verkaufszahlen zu steigern. Einige Marken speichern ihre Stories zusätzlich in Form von unterschiedlichen Kollektionen und Instagram-Nutzer können auch über diese Kollektionen Produkte kaufen.

Zusätzlich hat Instagram kürzlich das „In-App-Shopping“ ermöglicht. Hier ist ein Beispiel der Modekette Zara:

Instagram's purchase links

2. IGTV

IGTV – oder Instagram TV – ist im Prinzip eine selbständige Video-App, die aber auch über Instagram genutzt werden kann. Falls Sie sich fragen, was der Unterschied zwischen IGTV und Instagram Stories ist: mit IGTV können Videos veröffentlicht werden, die bis zu einer Stunde lang sind.

IGTVs großes Potenzial ist es, Marken dabei zu unterstützen, Verbraucher durch eine authentische Kommunikation zu erreichen und zu aktivieren. Zum Beispiel können Kommunikationsexperten IGTV nutzen, um Zielgruppen einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren oder mithilfe von anderen Arten von Video-Longform-Content zu zeigen, wofür ihre Marke steht.

IGTV

3. Umfragen & Gewinnspiele

Instagram hat in der Regel höhere Engagement-Raten als andere Social Media-Plattformen. Marken und Kommunikationsexperten können dies nutzen, um Umfragen und Gewinnspiele über ihre Instagram Stories durchzuführen.

Marken können zum Beispiel Umfragen einsetzen, um:

  • ihre Follower raten zu lassen, wann ein neues Produkt lanciert wird;
  • ihre Follower darüber abstimmen zu lassen, welche Farbe sie für ein bestimmtes Produkt bevorzugen;
  • ihre Follower darüber abstimmen zu lassen, wie sich ein bestimmtes Kleidungsstück am besten kombinieren lässt.

Instagram: Chancen für Kommunikationsexperten

Eine Studie von Ogilvy hat gezeigt, dass sich 80% aller Instagram-Nutzer freiwillig mit Marken auf Instagram vernetzen und 72% aller Nutzer bereits ein Produkt gekauft haben, nachdem sie es auf Instagram gesehen haben. Instagram ist also in der Tat eine sehr geeignete Marketing-Plattform und sehr effektiv, um Marken zu bewerben.

Es geht aber nicht nur um Shopping: Kommunikatoren können Instagram zusätzlich auch zu anderen Zwecken nutzen, zum Beispiel für das Employer Branding oder Recruiting. Sie haben zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

  • Etwas über die Organisation und die Unternehmenskultur zu teilen;
  • Erfolge und Awards zu präsentieren;
  • Besondere Events und Pop-Ups anzukündigen.

Das Interagieren mit Verbrauchern auf Instagram ist für Marken eine sehr gute Möglichkeit, um Aufmerksamkeit zu generieren und eine hohe Top-Of-Mind-Awareness (TOMA) zu erreichen.

Kommunikationsrisiken bei der Instagram-Nutzung

Instagram bietet Kommunikationsexperten zwar eine Reihe an Vorteilen, ist aber auch mit einigen Risiken und Herausforderungen verbunden.

Zu einigen der größten Risiken, die mit Instagram verbunden sind, gehören das sogenannte Brandjacking, Desinformation sowie Fake Influencer. Mehr über diese Risiken erfahren sie auch in unseren weiteren Blogposts.

What to do about Brandjacking on InstagramBrandjacking

Wenn sich ein Unternehmen oder eine Person für eine andere Marke ausgibt, um von deren Reputation zu profitieren oder diese zu beschädigen, dann bezeichnet man dies als Brandjacking.

Brandjacking wird manchmal von Wettbewerbern eingesetzt; aber auch Individuen setzen Brandjacking immer öfter ein. Hier geht es zum Beispiel darum – anhand gefälschter Social Media-Accounts – auf bestimmte Aktivitäten von Marken aufmerksam zu machen oder zu provozieren (trollen).

Desinformation InstagramDesinformation

Marken müssen zudem das Problem von Des- und Fehlinformation auf Instagram managen.

Auf den ersten Blick schadet Desinformation nicht unmittelbar einer Organisation oder deren Umsätzen. Das Problem kann aber so schlimm werden, dass Verbraucher das Vertrauen nicht nur in die Marke, sondern auch in Instagram insgesamt verlieren und dann der Plattform den Rücken kehren. Dann wären alle Investitionen einer Marke in die eigene Instagram-Präsenz umsonst gewesen.

Fake Influencer InstagramFake Influencer

Marken haben außerdem mit Fake Influencern auf Instagram zu kämpfen. Während einige Instagram-Nutzer Likes, Kommentare und Follower lediglich gekauft haben, um bekannter zu werden, wenden einige heute ausgefeiltere Taktiken an.


Hier sind einige Beispiele:

  • Sie posten gefälschte, „gesponserte“ Inhalte, um beliebter zu erscheinen;
  • Sie verlassen sich auf sogenannte „Comment Pods„, um Engagement-Raten zu erhöhen;
  • Sie kaufen Likes von Accounts mit mehr als 50.000 Followern, um auf den Instagram Explorer-Seiten zu erscheinen.

Lohnt sich Instagram für Kommunikationsexperten?

PR-Experten haben seit langem verstanden, dass einseitige Kommunikation nicht mehr funktioniert. Da Instagram weitaus höhere Engagement-Raten verspricht als viele andere soziale Netzwerke, empfehlen wir Marken, Instagram in ihre PR- oder Marketing-Strategie zu integrieren. Lesen Sie auch unsere anderen Blogposts zum Thema Instagram, um herauszufinden, wie Instagram für Sie zum Erfolg wird.

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