Neue Technologien: K√ľnstliche Intelligenz erfolgreich in der PR-Arbeit einsetzen

Neue Technologien: K√ľnstliche Intelligenz erfolgreich in der PR-Arbeit einsetzen
30. April 2018 Falk Rehkopf

K√ľnstliche Intelligenz erfolgreich in der PR-Arbeit einsetzen


K√ľnstliche Intelligenz (KI) sorgt in der PR-Branche seit einiger Zeit f√ľr gro√ües Aufsehen, aber keine Sorge – noch stehlen Roboter hier keine Jobs. Nach Sch√§tzungen von Forrester wird es¬†
etwa 100 Jahre dauern, bis die Menschheit die M√∂glichkeit der ‚Äúreinen KI‚ÄĚ (bei der Maschinen wie Menschen denken und agieren) erreicht. Einige Unternehmen wenden eine andere Form von KI jedoch schon heute praktisch an (Pragmatic KI), um bestimmte Aufgaben auszulagern und die Produktivit√§t zu steigern.

„Pragmatic KI“ beinhaltet u.a. maschinelles Lernen, Deep Learning, Spracherkennung, Bild- und Videoanalyse, sensorische Wahrnehmung, Spracherkennungssysteme (NLU), nat√ľrliche Textgenerierung (NLG) und Robotik. In diesem Beitrag beschreiben wir, wie Sie diese Arten der KI in Ihre t√§gliche PR-Arbeit integrieren und zu Ihrem Vorteil nutzen k√∂nnen.

 

How to use AI in PR - Ubermetrics


KI-Anwendungen in der PR-Arbeit

#1: Mehr Inhalte erstellen

F√ľr B2B-Kunden von PR-Agenturen ist die Generierung von Content wahrscheinlich eine gro√üe Herausforderung.¬†Seien wir ehrlich – die meisten B2B-Unternehmen haben einfach nicht genug Zeit, all die Whitepaper (und Fallstudien, Datenbl√§tter, E-Books, …) zu erstellen, die sie gerne h√§tten. Aber was w√§re, wenn Sie Ihren Kunden helfen k√∂nnten, qualitativ hochwertige, √ľberzeugende Inhalte mit einem einfachen Tool zu erstellen?

Hier ein Beispiel aus der Praxis: Associated Press (AP) nutzt¬†Wordsmith, eine NLG-Plattform, um ver√∂ffentlichungsf√§hige Inhalte zu Unternehmensgewinnen zu erstellen.¬†Nachdem das Team von Wordsmith den NLG-Algorithmus so konfiguriert hatte, dass er im Stil von AP schreiben konnte, musste AP nur noch die relevanten Ergebniskennzahlen in das System einpflegen. Wordsmith kann dann ver√∂ffentlichungsf√§hige Inhalte f√ľr AP am laufenden Band produzieren und das mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit: f√ľr eine Story braucht das System weniger als eine Sekunde!

#2: Aufgaben mit geringem Wert automatisieren

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der sich PR-Manager auf die Konzeption von Kampagnen konzentrieren k√∂nnen, anstatt ihre Zeit f√ľr administrative Aufgaben zu verschwenden. Schluss mit aufw√§ndigen Zeitpl√§nen, der Vorbereitung von Meeting-Agenden und dem Versenden von Follow-ups – klingt das nicht wie ein Traum?

Die gute Nachrichten ist: mithilfe von KI-Tools ist es möglich gerade einfache und sich wiederholende Aufgaben auszulagern. Es gibt beispielsweise KI-Assistenten, die Ihnen dabei helfen Ihren Kalender zu verwalten und Meetingräume zu buchen. Diese Tools können mit Stornierungen und unterschiedlichen Zeitzonen umgehen und sparen daher eine Menge Hin- und Her mit Kunden und Kollegen.

#3: PR-Krisen vermeiden

Ohne die Unterst√ľtzung von KI tendieren PR-Teams dazu eher reaktiv, als proaktiv zu handeln.¬†Sicherlich k√∂nnen Sie das Web manuell beobachten, um Erw√§hnungen Ihrer Kunden zu identifizieren, aber das ist zeitaufwendig und m√ľhsam. Au√üerdem ist es schwer zu sagen, ob sich ein einzelner negativer Kommentar in Wohlgefallen aufl√∂st, oder ob sich dieser schnell zu einer sch√§dlichen PR-Krise eskalieren kann.

Mit KI-Tools hingegen sind solche Aufgaben leichter zu bew√§ltigen. Werfen Sie einen Blick auf das Hashtag-Analyse-Unternehmen¬†Keyhole, das Googles Machine-Learning-Framework, TensorFlow, nutzt, um Social-Media-Krisen f√ľr seine Kunden vorherzusagen. Laut Saif Ajani, CEO von Keyhole, verbindet das Unternehmen seine Datens√§tze mit der KI-Cloud, um Vorhersagen zu erhalten, die 80-90% genau sind.

Das bedeutet: Innerhalb von nur drei Tagen kann Keyhole vorhersagen, wie sich eine Krise in den n√§chsten 30 Tagen entwickeln k√∂nnte. Mit diesem Wissen k√∂nnen PR-Agenturen bestimmen, ob und wann Sie die im Voraus geplanten Posts l√∂schen und Schadensbegrenzung durchf√ľhren m√ľssen.

Wie bereitet man sich auf KI in der PR vor? 

Stellen Sie zunächst sicher, dass jeder in Ihrem Team versteht, dass KI klare Vorteile bietet und ein Quasi-Mitglied des Teams ist. Beruhigen Sie Ihre Mitarbeiter bei Bedarf und erklären Sie ihnen, dass die Aufgabe der KI darin besteht, ihre Arbeitsbelastung zu verringern, so dass sie sich auf höherwertige, strategische Aufgaben konzentrieren können. Je weniger Ihr Team der Meinung ist, dass KI ihre Rolle obsolet macht, desto eher werden sie die Technologie annehmen.

Machen Sie als N√§chstes kleine Schritte bei der Integration von KI in die Arbeitsabl√§ufe und Prozesse Ihrer Agentur. Verwenden Sie Evie (den oben erw√§hnten KI-Assistenten), um Ihre Kalenderplanung zu automatisieren, und Ubermetrics Delta, um Medienerw√§hnungen und das Markensentiment zu verfolgen. Sobald Sie mit diesen Tools kleine Gewinne erzielt und die Unterst√ľtzung Ihres Teams erhalten haben, k√∂nnen Sie die KI sinnvoller und breiter in Ihre Projekte integrieren.

Ziehen Sie in Betracht, einen KI-Spezialisten zu rekrutieren oder ein bestehendes Teammitglied zu schulen, um diese Rolle zu √ľbernehmen. Zu Beginn wird diese Person mit der Identifizierung der richtigen KI-Tools (Plug-and-Play-L√∂sungen) beauftragt, die der Agentur helfen werden, einige der bestehenden Herausforderungen zu bew√§ltigen. Auf lange Sicht sollte diese Person idealerweise in der Lage sein, mit einem Tech-Team zusammenzuarbeiten und neue Software zu entwickeln, die maschinelles Lernen (oder andere KI-Anwendungen) verwendet, um den Workflow Ihrer Agentur zu optimieren und zu vereinfachen.

Erfolgskontrolle von PR-Aktiviäten

Da Sie nun KI verwenden, um Ihre Kunden effektiver zu bedienen, sollte sich dies nat√ľrlich auch in der PR-Erfolgskontrolle und in den Berichten widergespiegeln, die Sie am Ende jeder Kampagne versenden. Leider gibt es hier keine allgemeing√ľltige L√∂sung. Wie Sie die Auswirkungen von KI messen, h√§ngt von der jeweiligen Kampagne ab.

Nehmen wir aber mal an, Sie haben Hashtags als Tool in der Kommunikation verwendet und Ihrem Kunden geholfen, eine Social-Media-Krise erfolgreich abzuwenden. In dieser Situation können Sie die (negativen) Social-Media-Erwähnungen, die Ihr Kunde möglicherweise erhalten hat, messen und anschließend evaluieren, ob und inwiefern sich der Social-Media-Einfluss Ihres Kunden in diesem Zeitraum verändert hat. Es existiert dabei keine exakte Wissenschaft (zumindest noch nicht), aber am Ende des Tages werden Sie in der Lage sein, einen verlässlichen Wert zu ermitteln, der zeigt, wie KI den ROI der PR-Kampagne Ihres Kunden erhöht hat.

Eine finale Bemerkung zu KI in der PR-Arbeit

Trotz der¬†steigenden Investitionen in KI und das Potential in dieser neuen Technologie, ist das Thema KI sicherlich auch mit negativen Assoziationen verbunden. Risiken und zum Beispiel¬†ethische Bedenken¬†m√ľssen definitiv auch in Betracht gezogen werden. Deshalb hat das britische¬†Institut f√ľr Public Relations (CIPR) im Februar 2018 das Projekt¬†#AIinPR gestartet. Ein neues Panel wird die Auswirkungen von k√ľnstlicher Intelligenz auf die √Ėffentlichkeitsarbeit und die Diskussion des Themas in der √Ėffentlichkeit untersuchen.

Laut PR Consultant Steven Waddington ist die PR-Industrie bisher quasi „schlafwandlerisch das Thema k√ľnstliche Intelligenz“¬†angegangen. Angesichts der Tatsache, dass KI die PR-Arbeit grundlegend ver√§ndern kann, indem kleinere Aufgaben ausgelagert werden und gleichzeitig die Effektivit√§t von Kampagnen erh√∂ht wird, muss sich das definitiv √§ndern. Es ist Zeit, das volle Potential von KI zu verstehen und zu nutzen.

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