TikTok im Interview mit Ubermetrics: „Die deutsche TikTok-Community ist extrem spannend“

TikTok im Interview mit Ubermetrics: „Die deutsche TikTok-Community ist extrem spannend“
24. September 2019 Falk Rehkopf

TikTok im Interview mit Ubermetrics: „Die deutsche TikTok-Community ist extrem spannend“

TikTok im Interview mit Ubermetrics

Die vom chinesischen Unternehmen ByteDance lancierte TikTok Video-App ist mit mehr als 500 Millionen monatlich aktiven Nutzern bereits heute eine der beliebtesten Apps weltweit. Mit TikTok können Nutzer Videos mit einer LĂ€nge von bis zu 15 Sekunden aufnehmen und Musik, Sticker, Filter sowie Hashtags hinzuzufĂŒgen – die App bietet zudem viele Funktionen sozialer Netzwerke.

TikTok steht fĂŒr eine komplett neue Nutzererfahrung: Der KI-getriebene „Content Graph“ spielt hierbei eine entscheidende Rolle, denn die im Feed eines Nutzers auftauchenden Inhalte werden durch die jeweiligen Interessen bestimmt und nicht ĂŒber die Verbindungen eines Nutzers definiert. Möchten Sie weitere Infos zu TikTok? Dann lesen Sie unseren Blogpost „Wie Profis TikTok in der Kommunikation nutzen.“

Auch in Deutschland gehört TikTok mittlerweile zu den 10 beliebtesten Apps – neben Spotify, YouTube und Netflix. Die Plattform eröffnet digitalen Kommunikationsprofis neue Möglichkeiten mit verschiedenen Zielgruppen erfolgreich zu interagieren. Genau darĂŒber haben wir uns mit Inam Mahmood unterhalten. Inam ist TikToks „Director of Partnerships“ und verantwortet die Monetarisierung von TikTok in Europa. Wir haben uns mit ihm ĂŒber TikToks PlĂ€ne fĂŒr Deutschland, neue Werbeformate und erfolgreiche Kampagnen auf der Plattform unterhalten.

Inam Mahmood

Was ist TikTok und was macht die PopularitÀt der Plattform aus?

TikTok ist die fĂŒhrende Plattform fĂŒr mobile Kurzvideos. Unsere Mission ist es, Menschen zu inspirieren und zu bereichern, indem wir ihnen eine kreative Heimat geben und ihnen ein authentisches, unterhaltsames und positives Erlebnis bieten. Dabei ist neben der globalen Community von TikTok auch die DiversitĂ€t der Inhalte fĂŒr Nutzer besonders interessant: Von Musik ĂŒber Beauty und Travel bis zu Comedy tauschen sich Nutzer weltweit mit Kurzvideos zu den unterschiedlichsten Themen aus. Ob zu bestimmten Hashtags und Challenges oder „einfach so“ – bei TikTok können alle Nutzer kreativ werden, einander inspirieren und so selbst zum Creator werden. Wichtig ist dabei, dass wir uns von einem Social Graph hin zu einem Content Graph bewegen. Welche Inhalte Nutzern angezeigt werden, hĂ€ngt deshalb nicht mehr davon ab, welche Verbindungen ein Nutzer hat, sondern von seinen individuellen Interessen.

Was ist das GeschÀftsmodell von TikTok? Welche Rolle spielen Nutzerdaten und Werbung?

Zur Zeit testen wir unterschiedliche Werbeformate und schauen dabei genau darauf, ob sie auch wirklich zu TikTok passen. Wir möchten Werbeformate entwickeln, die es Unternehmen ermöglichen, mit der Community in Kontakt zu treten und unseren Nutzern dabei weiterhin ein organisches und intuitives Erlebnis garantieren. Zur Zeit haben wir schon erfolgreiche Beispiele dieser Formate auf der Plattform, wie die Kampagnen von BMW, Samsung oder Punica. Als Beispiel können wir die Kampagne von OTTO ansehen: Mit #MachdichzumOTTO haben wir Nutzer dazu eingeladen, alberne Dinge im öffentlichen Raum zu machen. Creators wie @katulka_ wurden dazu eingeladen, Kick-Off Videos fĂŒr die Kampagne zu erstellen. Insgesamt entstanden im Rahmen der Kampagne fast 60.000 Videos mit 156 Millionen Wiedergaben innerhalb von zwei Wochen.

Welche PlĂ€ne hat TikTok fĂŒr Deutschland?

Die deutsche TikTok Community ist extrem spannend: Creator wie @Fatmanshouse, @Yasta, @Mido und viele andere tauschen sich tĂ€glich kreativ auf der Plattform aus. DarĂŒber hinaus ist Deutschland natĂŒrlich auch als Markt interessant. Deshalb bauen wir zur Zeit ein lokales Team auf, das sich um die Community, die Inhalte, Partnerschaften und die Marke TikTok in Deutschland kĂŒmmert. So arbeitet unser deutsches Operations Team unter anderem daran, eigene Formate und Challenges fĂŒr die deutsche Community zu entwickeln.

Welche Verbraucher und Organisationen nutzen TikTok?

Bei der Frage, ob sich Verbraucher oder Organisationen auf TikTok bewegen, können wir klar sagen: Beide – ĂŒberwiegend aber natĂŒrlich die GenZ und Millenials, die Inhalte in den unterschiedlichsten Kategorien miteinander teilen. So hat es unsere Plattform auch geschafft, eigene „Stars“ hervorzubringen, die die Popkultur prĂ€gen, zum Beispiel @Chanydakota oder @Falcopunch. Gleichzeitig entdecken auch immer mehr Organisationen TikTok als Möglichkeit, mit einer aktiven Community in Kontakt zu treten, wie zum Beispiel der FC Bayern MĂŒnchen, Borussia Dortmund, BMW oder auch der Radiosender 1Live.

Sollte TikTok ein fester Bestandteil digitaler Kommunikationsstrategien von Marken sein? Gibt es bereits spannende Beispiele?

Wir beschĂ€ftigen uns zur Zeit mit der Entwicklung und Tests von unterschiedlichen Formaten. Dabei stellen wir fest, dass besonders diejenigen Formate und Inhalte erfolgreich von der Community angenommen werden, die authentisch und interaktiv sind – und die der Community die Möglichkeit geben, sich kreativ mit einer Marke auseinanderzusetzen. Unternehmen wie beispielsweise BMW oder Punica haben dies in ihren bisherigen Kampagnen auf TikTok eindrucksvoll umgesetzt.

TikTok ist eine der am hĂ€ufigsten heruntergeladenen Apps weltweit – Experten warnen aber vor Risiken gerade in Bezug auf MinderjĂ€hrige. Was tut TikTok um Nutzer zu schĂŒtzen?

Es ist unsere höchste PrioritĂ€t, dass unsere Nutzer eine sichere und positive Erfahrung mit unserer App haben. Wir haben eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, mit denen wir unsere Nutzer schĂŒtzen. Beispielsweise können unsere Nutzer ihre Konten als “privat” einstellen. Damit haben sie die Möglichkeit, Follower zu genehmigen oder auch abzulehnen und festzulegen, wer ihre Inhalte sieht und ob sie Nachrichten von Followern empfangen möchten. Wir haben außerdem eine Reihe von weiteren Maßnahmen ergriffen: So können Nutzer einen Filter aktivieren und Begriffe festlegen, die nicht in ihren Kommentaren auftauchen sollen. Außerdem können Nutzer Profile oder Inhalte, die gegen die Community-Richtlinien verstoßen, an unser geschultes Moderationsteam melden, das Inhalte rund um die Uhr ĂŒberprĂŒft. Unsere Community-Richtlinien regeln genau, welche Inhalte auf TikTok willkommen sind – und welche eben nicht. Neben unserem Sicherheitszentrum stellen wir in einem Blog, sowie in unserem eigenen Newsroom, Updates fĂŒr unsere Nutzer rund um Sicherheits- und PrivatsphĂ€reeinstellungen zur VerfĂŒgung. Außerdem nutzen wir Technologien, die uns dabei helfen, Inhalte, die gegen unsere Community-Richtlinien verstoßen, zu identifizieren und von der Plattform zu entfernen.

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Inam MahmoodInam Mahmood

Inam ist „Director of Partnerships (Europa)“ bei TikTok. In seiner Rolle verantwortet Inam die Monetarisierung von TikTok in Europa. Nehmen Sie Kontakt zu Inam ĂŒber LinkedIn auf oder besuchen Sie die TikTok-Webseite.

Das Ubermetrics-Team bedankt sich herzlich bei Inam fĂŒr das interessante Interview.

Chief Marketing Officer